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Ransomware bezeichnet im Kontext von Information und Computer eine spezielle Art von Schadsoftware (Malware), die darauf abzielt, den Zugriff auf Daten oder ganze Systeme zu blockieren – meist durch Verschlüsselung – und diesen Zugriff erst gegen Zahlung eines Lösegelds (Ransom) wieder freizugeben. Ransomware-Angriffe sind heute eine der größten Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen.

Definition und Allgemeine Bedeutung

Ransomware kombiniert technische Kompromittierung mit finanzieller Erpressung:

  1. Funktionsweise: Nach der Infektion sucht die Software gezielt nach wichtigen Dateien (Dokumente, Datenbanken, Backups) und verschlüsselt diese mit einem starken, nur dem Angreifer bekannten Schlüssel. Die Nutzer erhalten eine Lösegeldforderung mit einer Frist.

  2. Angriffsvektoren: Die primären Wege, über die Ransomware in Systeme gelangt, sind Phishing-E-Mails (mit schädlichen Anhängen), die Ausnutzung von Software-Schwachstellen (Vulnerabilities) und unsichere Fernzugriffsprotokolle (z. B. Remote Desktop Protocol, RDP).

  3. Doppelte Erpressung: Moderne Ransomware-Gruppen nutzen zunehmend die "Double Extortion"-Methode: Sie verschlüsseln die Daten nicht nur, sondern exfiltrieren (stehlen) sie vorher und drohen mit deren Veröffentlichung, falls das Lösegeld nicht gezahlt wird.

Wichtige Aspekte, die zu berücksichtigen sind

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Schäden, die Ransomware verursachen kann, sind folgende Aspekte kritisch:

  • Backups und Wiederherstellung: Der wichtigste Schutz ist eine robuste Backup-Strategie. Backups müssen regelmäßig, vollständig und vor allem offline oder unveränderbar (Immutable) gespeichert werden, damit sie nicht ebenfalls verschlüsselt werden.

  • Prävention und Patching: Die konsequente Schließung von Schwachstellen durch zeitnahes Patch-Management und der Einsatz von modernen Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen sind unerlässlich, um die Infektion zu verhindern.

  • Menschliches Verhalten: Da Phishing der häufigste Angriffsvektor ist, ist die Schulung der Mitarbeiter zur Sensibilisierung gegen Social Engineering die effektivste präventive Maßnahme.

  • Incident Response Plan: Organisationen müssen einen detaillierten Notfall- und Reaktionsplan (Incident Response Plan) besitzen, der festlegt, wer im Falle eines Ransomware-Angriffs welche Schritte zur Isolierung, Diagnose und Wiederherstellung unternimmt.

Beispiele

  • WannaCry (2017): Nutzungs eines gestohlenen NSA-Exploits ("EternalBlue"), um sich extrem schnell über Netzwerke zu verbreiten und weltweit immense Schäden anzurichten.

  • Ryuk/Conti: Beispiele für Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Gruppen, die primär große Unternehmen und kritische Infrastrukturen angreifen und Lösegelder in Millionenhöhe fordern.

  • Locky: Oft über E-Mail-Anhänge in Form von manipulierten Microsoft Office-Dokumenten verbreitet.

Empfehlungen

Für den Schutz vor Ransomware-Angriffen:

  • 3-2-1-Regel für Backups: Halten Sie mindestens drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen und mindestens eine Kopie extern (offline/cloud-basiert und isoliert) gespeichert.

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Setzen Sie MFA für alle Fernzugriffe (VPN, RDP) und kritischen Systeme durch, um zu verhindern, dass gestohlene Zugangsdaten leicht ausgenutzt werden können.

  • Netzwerksegmentierung: Unterteilen Sie das Netzwerk in kleinere, isolierte Abschnitte (VLANs), um die seitliche Ausbreitung von Ransomware zu begrenzen, falls ein Teil des Netzwerks kompromittiert wird.

  • Regelmäßige Audits: Führen Sie regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Penetrationstests durch, um Schwachstellen in den Abwehrmechanismen aufzudecken.

Ähnliche Begriffe

  • Malware

  • Krypto-Verschlüsselung

  • Phishing

  • Exploit

  • Cybersicherheit

Zusammenfassung

Ransomware ist eine Art Malware, die Daten durch Verschlüsselung blockiert und ein Lösegeld für die Freigabe fordert. Sie nutzt oft Phishing und Schwachstellen als Angriffsvektoren. Wichtigste Aspekte sind die Implementierung einer robusten, isolierten Backup-Strategie (3-2-1-Regel), Patch-Management und Mitarbeiterschulung zur Minimierung der menschlichen Schwachstelle. Es wird dringend empfohlen, MFA und Netzwerksegmentierung einzusetzen und einen Notfallplan bereitzuhalten.

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