Wenn von einem Onlineshop die Rede ist, denken die meisten Menschen zunächst an das, was man als Kunde bzw. Verbraucher sieht: die Produktseiten, den Warenkorb und den Checkout. Dahinter steckt allerdings eine komplexe, technische Plattform, die man auch als Onlineshop-System bezeichnet. Dabei handelt es sich um die grundlegende Software, das Backend mit der Produktverwaltung, Funktionen für Bestellungen, Lager und Versand sowie Anbindungen an Zahlungs- und Versanddienstleister und große Marktplätze per Schnittstellen.
Struktur und Aufbau von Shop-Systemen
Moderne Onlineshop-Systeme bestehen in der Regel aus mehreren Modulen, die gemeinsam den technischen Betrieb eines Onlineshops ermöglichen. Verschiedene Funktionen bzw. Funktionsbereiche werden dabei als eigenständige Module oder Erweiterungen umgesetzt, die miteinander interagieren. Typische Module sind etwa:
- Produkt- und Katalogverwaltung
- Warenkorb- und Checkout-System
- Zahlungsabwicklung
- Bestell- und Versandmanagement
- Kundenkonto / CRM-Funktionen
- Schnittstellen (APIs) zu ERP-, Lager- und Logistiksystemen oder externen Verkaufskanälen (ERP = Enterprise Resource Planning auf Deutsch: Geschäftsressourcenplanung).
Ein wesentliches Merkmal moderner Onlineshop-Systeme ist ihre Erweiterbarkeit. Funktionen können über Plugins, Erweiterungsmodule oder Schnittstellen ergänzt werden, ohne das eigentliche Kernsystem zu verändern. Dadurch lassen sich bei Bedarf zusätzliche Anforderungen wie Marketing-Automatisierung, Suchmaschinenoptimierung oder Anbindungen an Marktplätze oder Social Media flexibel umsetzen.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Shop-Systemen
Die wesentlichen Unterschiede zwischen verschiedenen Shop-Systemen liegen im jeweiligen Betriebsmodell (Cloud vs. selbst gehostet), im Grad der Flexibilität (standardisiert vs. individuell erweiterbar), im technischen Aufwand (Low-Code-Ansatz vs. entwicklungsintensiv), im Systemfokus (shopzentriert vs. ERP-orientiert) sowie in der Architektur (klassisch integrierte Systeme oder Systeme mit getrenntem Frontend und Backend). Ganz allgemein lassen sich gängige Shop-Systeme in drei Haupttypen einteilen:
SaaS-Lösungen (z. B. Shopify): SaaS-Lösungen (Software as a Service) werden als Cloud-Service bereitgestellt, sind sofort einsatzbereit und werden vollständig vom Anbieter betrieben (Hosting und Wartung). Meist bieten entsprechende Systeme weniger Anpassungsmöglichkeiten, als andere Lösungen.
Open-Source-/Self-Hosting-Systeme (z. B. Shopware oder Magento): Diese Onlineshop-Systeme werden auf eigener Infrastruktur betrieben und lassen sich individuell erweitern. Der technische Aufwand ist allerdings wesentlich höher, als bei SaaS-Lösungen.
ERP-nahe Systeme (z. B. JTL-Warenwirtschaft-Ökosystem): ERP-nahe Onlineshop-Systeme stellen die Warenwirtschaft in den Mittelpunkt und integrieren den Shop als Vertriebskanal, was sich insbesondere bei komplexen Handels- und Multi-Channel-Prozessen anbietet.
Je nach verwendetem Onlineshop-System kann eine spezialisierte Onlineshop-Agentur - z.B. für JTL individuell beraten, unterschiedliche Aufgaben übernehmen und Unternehmen und Shopbetreiber so bei der Einrichtung oder Optimierung des Systems unterstützen. Agenturen übernehmen beispielsweise die technische Konfiguration der einzelnen Module, die Integration externer Systeme über Schnittstellen sowie die Anpassung des Systems an individuelle Geschäftsprozesse.
Anforderungen an die Skalierbarkeit
Moderne Onlineshop-Systeme müssen in der Lage sein, mit steigenden Anforderungen wie einem wachsenden Produktsortiment "mitwachsen" zu können. Die Skalierbarkeit eines Systems ist daher ein zentraler Aspekt, der darüber entscheidet, ob der Shop auch bei steigendem Bestellvolumen zuverlässig betrieben werden kann. Während SaaS-Lösungen eine Skalierung in der Regel automatisch und unkompliziert über die Cloud-Infrastruktur des Anbieters ermöglichen, hängt sie bei Self-Hosting-Systemen stark von der gewählten Server- und Systemarchitektur ab.
Ähnliche Begriffe
Onlineshop-Systeme werden in der Praxis unter verschiedenen Bezeichnungen geführt, die sich je nach Fokus, Technik oder Einsatzgebiet unterscheiden. Häufig synonym oder eng verwandte Begriffe sind:
- E-Commerce-Plattform: Betont den elektronischen Handel als Ganzes und umfasst oft zusätzliche Funktionen wie Marketing, CRM oder Multi-Channel-Vertrieb.
- Shop-Software: Fokussiert auf die reine Softwarelösung für den Online-Handel, unabhängig von Hosting oder Betriebsmodell.
- Webshop-System: Hebt die webbasierte Natur der Lösung hervor, also die Präsentation und Interaktion im Browser.
- Digital Commerce Platform: Umfassender Begriff, der auch digitale Verkaufskanäle jenseits klassischer Shops (z. B. Mobile Apps, Marktplätze, Social Commerce) einschließt.
- Handelsplattform: Wird oft für Systeme verwendet, die mehrere Vertriebskanäle (Online, Stationär, Mobile) in einem System integrieren.
- B2B-Shop-System / B2C-Shop-System: Unterscheidung nach Zielgruppe – Business-to-Business (z. B. Großhandelslösungen) oder Business-to-Consumer (klassische Endkunden-Shops).
- Headless Commerce: Moderne Architektur, bei der Frontend (Präsentationsebene für Kunden) und Backend (Logik und Verwaltung) getrennt sind, um maximale Flexibilität bei Design und Funktionen zu ermöglichen.
- Shop-Backend / Shop-Frontend: Bezeichnet die technischen Komponenten – das Backend für die Verwaltung (z. B. Produktpflege, Bestellabwicklung) und das Frontend für die Kundensicht (z. B. Produktseiten, Checkout).
- E-Commerce-Lösung: Allgemeiner Oberbegriff für alle Systeme, die den Online-Handel ermöglichen.
- Shop-Management-System: Betont die Verwaltungsfunktionen wie Bestellmanagement, Lagerverwaltung oder Kundenkommunikation.
Diese Begriffe werden oft synonym verwendet, können aber je nach Kontext unterschiedliche Schwerpunkte setzen – etwa technisch, kundenorientiert oder prozessorientiert.
Zusammenfassung
Onlineshop-Systeme bilden die technische Grundlage für den digitalen Handel und umfassen deutlich mehr als die für Kunden sichtbare Oberfläche. Sie bestehen aus modularen Komponenten wie Produkt- und Katalogverwaltung, Warenkorb- und Checkout-System, Zahlungsabwicklung, Bestell- und Versandmanagement sowie Schnittstellen zu externen Systemen (z. B. ERP, Logistik oder Marktplätze). Durch ihre Erweiterbarkeit lassen sich zusätzliche Funktionen wie Marketing-Automatisierung oder SEO flexibel integrieren.
Man unterscheidet vor allem drei Haupttypen von Onlineshop-Systemen:
- SaaS-Lösungen (z. B. Shopify): Cloud-basierte Dienste, die sofort einsatzbereit sind und vollständig vom Anbieter betrieben werden. Sie bieten geringen technischen Aufwand, aber begrenzte Anpassungsmöglichkeiten.
- Open-Source-/Self-Hosting-Systeme (z. B. Shopware, Magento): Werden auf eigener Infrastruktur betrieben und lassen sich individuell erweitern, erfordern aber höheren technischen Aufwand.
- ERP-nahe Systeme (z. B. JTL-Warenwirtschaft): Stellen die Warenwirtschaft in den Mittelpunkt und integrieren den Shop als einen von mehreren Vertriebskanälen – ideal für komplexe Handelsprozesse.
Ein zentrales Kriterium ist die Skalierbarkeit, also die Fähigkeit des Systems, mit wachsendem Sortiment, steigendem Bestellvolumen und zusätzlichen Anforderungen mitzuwachsen. Während SaaS-Lösungen hier meist automatisch skalieren, hängt die Skalierbarkeit bei Self-Hosting-Systemen stark von der Server- und Systemarchitektur ab.
Die Wahl des richtigen Onlineshop-Systems hängt von individuellen Anforderungen ab – etwa dem Grad der gewünschten Flexibilität, dem vorhandenen technischen Know-how oder der Integration in bestehende Geschäftsprozesse. Spezialisierte Agenturen können bei der Auswahl, Einrichtung und Optimierung des Systems unterstützen.
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